1. Reiseabschnitt: Farm Düsternbrook |
Die Anfahrt zur Farm Düsternbrook, ca. 50km nordwestlich von Windhoek
gelegen, gestaltete sich bereits als interessant, da wir zwei normalerweise trockene, jetzt aber wasserführende Flussbetten durchqueren mussten.
Auf der Farm, die sich als älteste Gästefarm Namibias bezeichnet, werden Geparden und Leoparden in mehreren ha großen Gehegen gehalten.
Deren tägliche Fütterung können Farmgäste von einem offenen Jeep aus verfolgen. Während die Geparden keinen besonders wilden Eindruck hinterließen,
und sich bei Sichtung des Jeeps sofort Richtung Fressplatz bewegten, wurde die Leopardin Geena der Bezeichnung Wildkatze gerecht. Sie ließ den Jeep
solange durch ihr Revier kurven, bis ihr der Fütterungsplatz genehm war und fauchte bedrohlich, wenn der Fleischnachschub nicht schnell genug kam.
Wir hatten gehörigen Respekt vor dieser Leopardin.

Neben den Wildkatzen bietet die Farm einige gut ausgeschilderte Wanderwege verschiedener Schwierigkeitsstufen. Außerdem gibt es auf dem
Farmgelände diverse Wildtiere, wie Kudus, Steinböcke, Hartebeests, Giraffen, Zebras, Nashörner, Warzenschweine.
Diese lassen sich bei einer Farmrundfahrt beobachten und fotografieren.
|
2. Reiseabschnitt: Lodge Amani |
Von Düsternbrook aus fuhren wir über Windhoek zur Lodge Amani, die in 2100m Höhe
auf dem Kupferbergpass gelegen ist. Die Lodge beherbergte bis vor kurzem das größte Amateurteleskop Namibias im
Capella Observatory.
Von der Lodge aus hat man einen fantastischen Ausblick, im Norden nach Windhoek und im Süden bis zum Gamsberg. Auch auf Amani gibt es ein
Großkatzenprojekt. Es gibt ein viele haßes Gehege für ein Löwenpärchen, dass auf Amani aufgenommen wurde und sein Leben verbringen wird.

Ein ebenso großes Gehege beherbergt 5 junge Geparden, die alle ihre Mutter verloren haben und nun in einem Kleinrudel das Jagdverhalten lernen
sollen. Diese sollen künftig auf einem Farmgelände von über 10000 ha ausgewildert werden, sobald die Umzäunung der Farm mit Wildzaun
abgeschlossen ist. Die Fahrt im offenen Geländewagen zur Fütterung der Löwen und Geparden zählte zu den Höhenpunkten unseres Urlaubs.
Auf Amani existiert ein drittes Gehege mit Leoparden, die wir allerdings nicht zu Gesicht bekamen.

Bei den Unterkünften auf Amani handelt es sich um Chalets am Südhang mit Blick auf das Löwengehege am Nachbarhügel und Gamsberg am Horizont.
Die Mahlzeiten nimmt man in einem verglasten Lapa zu sich, das wie die ganze Lodge ein sehr stilvolles Ambiente bietet.
|
3. Reiseabschnitt Farm Kuzikus |
Die Farm Kuzikus liegt etwa 200km südöstlich von Windhoek am Rande der Kalahari.
Die Farm hat den Status eines privaten Wildschutzreservates und beherbergt auf ihrem Gelände Spitzmaulnashörner, die uns während unseres 3-tätigen Aufenthaltes
leider nicht über den Weg liefen. Dafür sahen wir aber eine Herde von über 20 Giraffen, etliche Antilopen, wie Elands, Kudus, Stein-, Spring- und Blessblöcke,
Streifen- und Weissschwanzgnus, Unmengen von Geiern etc.

2 Tage unseres Aufenthaltes verbrachten wir mit einem "Wildniskurs". In diesem erklärte uns Dieter der Farmer, die Spuren und Latrinen der Tiere
zu lesen. Er gab uns Infos zum Verhalten jeder Tierart die wir sahen, wir lernten die verschiedenen Zaunarten zur Begrenzung der Farm kennen, das
heimliche Anpirschen an ein Wasserloch (mit uns zwei Städtern allerdings erfolglos) und erfuhren einiges über die Vegetation auf der Farm.
Den Wildniskurs können wir jedem Besucher von Kuzikus nur ans Herz legen.
|
4.Reiseabschnitt: Astrofarm Tivoli |
Nur etwa 80km von Kuzikus entfernt, liegt die Astrofarm Tivoli,
die für die nächsten 7 Tage unser Zuhause werden sollte. Als wir gegen Mittag dort eintrafen, wurden wir zunächst herzlich von den Besitzern Kirsten
und Reinhold Schreiber begrüßt. Nach Bezug unseres schönen Zimmers ging es an das Einrichten der Ausrüstung. Hier sei ein besonderer Dank an Rolf
Scheffer, einem Freund der Familie Schreiber gerichtet, der uns tatkräftig unterstützte. Er entlastete damit Reinhold, den seine zweite
Erwerbsquelle, die Karakulzucht gerade heftig beanspruchte. Meine Frau Annette bekam einen 10"-Dobson auf den Beobachtungsplatz gestellt und ich wurde
in die Sternwarte mit dem C11 auf einer Atlux-Montierung eingewiesen. Außerdem brachte Rolf mit viel Erfindungsreichtum meine Russentonne, deren
Fotogewinde beschädigt war, auf einer Platte neben dem C11 an.

Im Laufe des Tages lernten wir die anderen Gäste kennen,
mit denen wir Erfahrungen austauschten und nachfolgend eine schöne Zeit auf Tivoli verbrachten.
Gegen 17Uhr gibt es auf Tivoli in einem offenen Lapa das Abendessen, jeden Abend eine andere Köstlichkeit, so dass ab 18Uhr30 die Astronächte
beginnen können. Leider funkionierte mein Off-Axis-Guider nicht wie vorgesehen, so dass ich nur durch die Russentonne oder das Kameraobjektiv
fotografieren konnte. Also keine Galaxien, sondern Nebel und Sternhaufen waren fortan angesagt. Das C11 diente damit lediglich dem Guiden
(mit Kanonen auf Spatzen) und dem Beobachten. Annette hatte unterdessen in Manfred einen weiteren "Nur-Beobachter" gefunden, dermit C11 und TMB-APO
ausgerüstet war. Da beide benachbart beobachteten hatten sie oft ein Objekt in allen Rohren eingestellt und verglichen die Wirkung verschiedener
Okulare und Filter. Aufgrund der Kälte - Temperaturen um und unter dem Gefrierpunkt - haben wir es draußen meist nur bis Mitternacht ausgehalten.
Trotzdem bin ich mit meiner Fotoausbeute und Annette mit ihren Beobachtungen zufrieden.
Für die Astronomen, die den Tag nicht zum Nachschlafen nutzen, bietet Tivoli folgende Möglichkeiten: Stöbern in der astronomischen Bibliothek, Wandern
über das Farmgelände inkl. Vogelbeobachtung (Lieblingsbeschäftigung von Manfred dem Birder), Rundflug mit einer Cessna oder ein Besuch der "Nachbarfarm"
Kiripotib (ca. 20 km entfernt), wo Einheimische Rohwolle weiterverarbeiten, färben und zu Teppichen knüpfen und diese sowie auf der Farm erstellter
Schmuck erworben werden können.
Langeweile kommt damit auf Tivoli gar nicht erst auf.
Die Gastfreundschaft der Schreibers, die Auswahl an Teleskopen und nicht zuletzt die Kameradschaft mit den anderen Gästen haben bei uns schnell die
Erkenntnis reifen lassen:Tivoli, wir kommen wieder !

|