1. Reiseabschnitt: Hakos und Sossusvlei |
Nach Ankunft am Flughafen Windhoek nahmen wir für die nächsten 3 Wochen unsere 3 VW-Bullies in Empfang und fuhren über Windhoek zur Farm Hakos.
Wir, das waren 12 Mitglieder der Sternfreunde Krefeld; unter uns ein begeisterter
Namibia-Fahrer - Frank Thielen -, der die Reise geplant
und organisiert hatte. Nach etwa 3 Stunden Fahrt überwiegend auf Schotterpisten erreichten wir die
Farm Hakos,
wo wir durch die Besitzer herzlich begrüßt wurden. Hakos ist eine Gästefarm, die sich auf astronomisches Publikum spezialisiert hat.
Die Unterkünfte sind in Ordnung, die Verpflegung ist gut und reichhaltig und die Gastfreundlichkeit der Farmer vorbildlich.
Auf dem Gelände der Farm Hakos hat die Internationale Amateursternwarte (IAS)
mehrere Hütten mit Teleskopen,
die von IAS-Mitgliedern gemietet werden können. Da sich in unserer Gruppe IAS-Mitglieder befanden,
nutzten wir die Chance zusätzliche Teleskope zu mieten. So standen uns insgesamt 2 Dobson 17,5" und 10" sowie ein Vixen R200SS, ein C11 und ein C14
für Beobachtungen und Fotografien zur Verfügung. Da wir viele Fotografen unter uns hatten, kam eine mitgebrachte Schiene zum Einsatz,
die es uns erlaubte, max. 4 Kameras parallel zu montieren und betreiben.
Der für die meisten erste Eindruck des namibischen Sternenhimmels war überwältigend. Die helle Milchstraße quer über den gesamten Himmel,
mit ihren Strukturen und Dunkelwolken, einfach faszinierend. Dazu kamen die Nebel und Sternhaufen, die alle beobachtet und fotografiert werden wollten.
Damit war klar, dass in den nächsten Nächten kaum an Schlaf zu denken war.
Neben der Astronomie bietet die Farm Hakos aber auch landschaftlich diverse Reize, so dass wir tagsüber entweder das Farmgelände
durchstreiften und dabei den ersten Wildtieren, wie Pavianen, Bergzebras und Kudus begegneten oder Ausflüge in die nähere Umgebung machten.
Einer dieser Ausflüge führte uns auf für deutsche Verhältnisse halsbrecherischer Piste auf den Gamsberg.
Der Gamsberg, ein Tafelberg mit einer Fläche von 3km2 ist der dritthöchste Berg Namibias und bietet bei klarem Wetter eine herrliche Aussicht,
die bis in die Wüste Namib reichen kann.
Von Hakos aus machten wir auch einen 2-Tages-Ausflug zum Sossusvlei. Das Sossusvlei ist eine von mächtigen Sanddünen umschlossene Lehmsenke.
Die Dünen erreichen teilweise Höhen von 300 Metern und gehören damit zu den höchsten der Welt. Sehr selten, nach heftigen Regenfällen,
füllt sich die Lehmsenke mit Wasser.
Der erste Tag diente der Anreise über Spreetshoogte-Pass und Solitaire zur Sossusvlei-Lodge. Die meisten von uns zelteten hier,
während einige die Annehmlichkeiten der Lodge in Anspruch nahmen. Alle aber trafen sich abends zum großem Buffet in der Lodge, dass ich allen Namibiareisenden
nur wärmstens empfehlen kann. Eine Riesenauswahl an Köstlichkeiten, frisch vor den Augen zubereitetes Fleisch und das alles für wenig Geld. Früh morgens brachen wir dann auf Richtung Sossusvlei,
vorbei an der berühmten Düne 45 bis zu einem Parkplatz ab dem es nur noch mit Allradantrieb weiter ging. Am Ziel angekommen führte uns der Weg
jedoch nicht ins Sossusvlei sondern in ein Nachbartal, das Tote Vlei.
Dieses Tal wurde vor langer Zeit durch eine Düne abgetrennt. Seit dieser Zeit kann kein Wasser mehr eindringen,
so dass die dort vorhandenen Bäume abgestorben sind und nun eine bizarre Kulisse vor roten Dünen und blauem Himmel bilden.
Aufgrund der frühen Zeit waren wir für eine Stunde alleine im Vlei und konnten so diese einmalige Stimmung in Ruhe auf uns einwirken lassen.
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2. Reiseabschnitt: Niedersachsen, Swakopmund und Spitzkoppe |
Von Hakos aus fuhren wir zur Farm Niedersachsen. Unterwegs besuchten wir einen der Orte, an dem sich im 2. Weltkrieg die deutschen Geologen
Henno Martin und Hermann Korn versteckten. Für weitere Informationen empfehle ich das Buch "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste"
von Henno Martin. Auf der von der deutschen Familie Ahlert betriebenen Farm Niedersachsen machten wir, gefahren und geführt von den Ahlerts,
die Henno-Martin-Tour, die uns zu weiteren Fluchtstätten der deutschen Geologen führte.
Weiter ging es durch die Namib Richtung Swakopmund. Hier hatte die Namib den Charakter einer Geröllwüste, mal mit wenig mal völlig ohne Vegetation
aber immer faszinierend. An einer bestimmten Stelle fanden wir neben der Pad auch Welwitschias, unscheinbare Pflanzen mit bis zu 20m langen Wurzeln,
die bis zu 2000 Jahre alt werden können.
In Swakopmund blieben wir zwei Nächte und bewunderten die überwiegend gut erhaltenen Bauten aus der deutschen Kolonialzeit,
wie Hansa-Hotel oder Altes Amtsgericht. Außerdem nutzen wir die Gelegenheit zu einem Rundflug. Zunächst flogen wir über die Namib bis zum Sossusvlei,
dann weiter über die Namib zum Atlantik und anschließend entlang der Küste zurück nach Swakopmund.
Hierbei boten sich pausenlos faszinierende Ansichten wie Sanddünen von oben, Schiffwracks, Robbenkolonien und Flamingoschwärme.
Natürlich durfte auch ein Abstecher zur "Martin Luther Steam Engine" nicht fehlen. Hierbei handelt es sich um eine hundert Jahre alte
Dampflokomotive, gebaut für schienenlose Strecken in Namibia, die auf ihrer Jungfernfahrt kurz hinter Swakopmund stehengeblieben war.
Dort steht sie noch heute.

Nächstes Ziel war die Spitzkoppe, ein Berg in der Form des Matterhorns, der mitten aus dem flachen Umland herausragt.
Dort campten wir am Fuße des Berges und genossen den Sonnenuntergang, der die ohnehin schon roten Felsen der Spitzkoppe in nahezu unwirklichem Rot
erschienen ließ. Am nächsten Morgen machten wir noch einen Ausflug zum "Bushman's Paradise", einem Refugium der Buschmänner auf einem Hochplateau,
wo wir Felszeichnungen der Buschmänner bewundern konnten.
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3. Etosha Nationalpark |
Wir fuhren weiter Richtung Etosha Nationalpark. Schon auf dem Weg erlebten wir das erste tierische Highlight.
Kurz nach einem Verkehrsschild "Achtung Elefanten" sahen wir in geringer Entfernung der Straße eine Horde Wüstenelefanten mit Jungen.

Kurz vor Sonnenuntergang, wenn die Nationalparks schließen, erreichten wir den Etosha Park und unser erstes Lager Lager Okaukuejo.
Aufgrund frühzeitiger Buchung lagen unsere Unterkünfte direkt an der lagereigenen Wasserstelle. An dieser konnten wir dann in den nächsten
zwei Tagen Tiere im überfluss beobachten. Nachts kamen u.a Elefanten, Nashörner, Giraffen und Löwen, tagsüber Elefanten, Giraffen,
Zebras, Springböcke, Oryx-Antilopen, Gnus, … in einer derartigen Menge, dass wir einen ganzen Vormittag die Wasserstelle
nicht aus unseren Augen ließen. Bei einer Tour zu benachbarten Wasserlöchern sahen wir dann noch, wie eine Menge von Geiern ein totes Gnu verspeiste.

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Für den zweiten Abend hatte unser Organisator Frank zu einen Astro-Beobachtungsabend für Gäste und die Einheimischen Angestellten eingeladen.
Dieser wurde insbesondere von zufällig an diesem Abend anwesenden Schülern und Schülerinnen der nahegelegen Schule angenommen.
Diese stellten sich ein ums andere Mal in geordneter Schlange an, um durch den mitgenommenen Dobson Mond und Saturn zu sehen.
Das nächste Camp Halali war bzgl. Unterkunft und Wasserstelle minder spannend, weitere Höhepunkt erlebten wir dann aber wieder in Namutoni.
Bei unseren Ausflügen an die umliegenden Wasserlöcher sahen wir das erste Mal Löwen am Tage, dutzende Giraffen obwohl wir auf dem "Dik-Dik-Drive"
waren und mal wieder eine Elefantenherde mit Jungen. Leider fühlte sich der Elefantenbulle gestört und stellte sich bedrohlich auf,
so dass wir flugs etwas Abstand zwischen ihn und unseren Wagen brachten.
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4.Reiseabschnitt: Waterberg, Daan-Viljoen-Park und Windhoek |
Auf dem Weg zum Waterberg legten wir einen Zwischenstopp am Hoba-Meteoriten ein, der mit 60 Tonnen Gewicht der größte solitär gefundene
Meteorit auf der Erde ist.
Wie immer war es fast Sonnenuntergang, als wir unsere Unterkunft am Waterberg, einem Tafelberg aus porösem Sandstein, erreichten.
Da man das Waterbergplateau nur im Rahmen einer Führung betreten durfte, buchten wir diese und wurden oben mit der Sichtung bisher
noch nicht gesehener Antilopenarten (Pferde- und Rappenantilope) belohnt.
Unten im Lager trieben derweil Paviane ihr Unwesen und versuchten in nicht verschlossene Räume einzudringen.

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Vom Waterberg ging es weiter Richtung Windhoek, wo wir außerhalb der Stadt im Daan-Viljoen-Park übernachteten.
Den letzten Tag unserer Reise verbrachten wir mit Sightseeing in Windhoek bevor ein astronomisch und touristisch genialer Urlaub
leider viel zu früh zu Ende ging. |